diverse Sex-Toys
Vibrator
Der Vibrator ist der absolute Star unter den erotischen Hilfsmitteln. Er ist für Mann und Frau gleichermassen geeignet, und er ist vielseitig einsetzbar. Durch seine Bewegungen kann er alle Körperteile wirkungsvoll reizen, dank seiner Form kann er jede Körperöffnung füllen. In jedem vierten Schlafzimmer liegt bereits ein Vibrator, Jahr für Jahr kommen 500 000 hinzu. Nach der jüngsten repräsentativen Sex-Umfrage (1985, von Dr. Werner Habermehl von der Universität Bielefeld) haben über 56% aller Frauen und 31 % der Männer schon einmal Vibratoren und Kunstglieder benutzt, bei fast 19% der Frauen und 6% der Männer gehören sie zum regelmässig angewandten Handwerkszeugs.
Besonders beliebt sind sie bei den älteren Semestern, bei den über 35jährigen. Doktor Habermehl schloss daraus: "Offensichtlich war der Vibrator eine Modeerscheinung der siebziger Jahre, also in einer Zeit, in der die Betonung technischer und mechanischer Finesse in der Ausübung der Sexualität hohen Rang hatte, während heute Gefühlsaspekte zunehmend als wichtiger angesehen werden." Der Mann irrt, wenn er den Zenit des Vibrators als überschritten erklärt, ihn als auslaufendes Modell bezeichnet. Die Vibrator-Fabrikanten, -Grosshändler, -Versender und -Verkäufer sind ganz anderer Meinung: "Das Geschäft brummt", sagt einer. "Es gibt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Dass die Älteren besonders häufig zu Hilfsmitteln greifen - nicht nur zu Vibratoren -, hängt einerseits mit gewissen Abnutzungserscheinungen ihrer sexuellen Beziehung zusammen; die braucht ganz einfach mehr Pep, und Vibratoren eignen sich sehr gut dafür. Andererseits liegt es an der Erfahrung, die man auch im Sexuellen erst im Laufe der Jahre gewinnt. Mit dreissig, vierzig weiss man schliesslich, was ein Liebesspiel aufregend und einen Orgasmus ekstatisch macht. Zum Beispiel ein Vibrator." Auch die Breite des Angebots und die Fülle der Neuentwicklungen beweist die starke Position und das anhaltende Interesse am Vibrator. Wer sich ein solches Gerät anschaffen will, wird schier erschlagen von der Modellvielfalt. Es ist ein abendfüllendes Programm, die Kataloge der Versandhäuser zu studieren und in Sex-Shops zu stöbern.
Das Angebot lässt sich in zwei Hauptgruppen unterteilen: Zum einen sind das die klassischen Vibratoren, bei denen es auf die Bewegungen ankommt, auf das Vibrieren, Pulsieren und Rotieren. Zum anderen sind es die Kunstglieder, bei denen die penis-ähnliche Form entscheidend ist, die Möglichkeit der Penetration gegeben ist. Die Grenzen zwischen beiden Gruppen sind fliessend, die
Anwendungsmöglichkeiten gleichen sich vielfach. Die meisten Kunstglieder sind motorisiert und bewegen sich ebenso stark und schön wie ein Vibrator. Und alle Vibratoren lassen sich natürlich als Ersatz-Penis nutzen und in Vagina und After einführen.
Blättern wir einmal im Vibrator-Katalog: Da fängt es mit den schlichten, weissen Exemplaren aus glattem Kunststoff an, die sich bestens als Einsteigermodelle eignen und durch allerhand Aufsätze nachgerüstet werden können. Ganz kleine Vibratoren wurden extra für die kleinen Freuden zwischendurch konstruiert, mit elf oder zwölf Zentimetern passen sie in jede Handtasche. Klein, aber oho! Auf der anderen Seite stehen Monster-Vibratoren und -Kunstglieder, die es auf 35 cm Länge und einen Durchmesser von fünf cm bringen. Knorrig wirken sie mit heraustretenden Adern und einer voluminösen Eichel, aber sanft fühlen sie sich an, dank des weichen, hautsympathischen Latexmaterials. Ebenso unterschiedlich wie die Formate sind die Formen der Vibratoren: Es gibt glatte, geriffelte, genoppte und geäderte, es gibt gerade und gebogene. Es gibt solche in der Gestalt von Penissen, Zungen und Fingern, und es gibt welche in Form von Figuren, Tieren und anderen Phantasiegebilden. An einigen hängt ein Hodensack dran, andere haben einen Schamhaarbesatz, wieder andere haben Höcker, Wülste, Stacheln und andere Ableger.
Das Zielgebiet bestimmt die Form: Für Expeditionen zum berühmten G-Punkt gibt es speziell gekrümmte, fürs Anklopfen an den Muttermund entsprechend lange und weiche Vibratoren. Für Einstiege in die Höhlenwelt des Gedärms sind besonders schlanke Geräte vorgesehen, für die flächige Reizung der Brustwarzen und der Vaginalpforte solche mit einem breiten Kopf. Für die gleichzeitige Stimulierung von solche mit einer breiten Noppenbasis. Und für das lesbische Liebesspiel werden Exemplare mit zwei Enden angeboten. Es gibt zahlreiche Aufsätze, die aus dem Allroundtalent Vibrator blitzschnell einen wirkungsvollen Spezialisten machen. Für die Hautmassage sind das weiche und schwammige, genoppte oder trichterförmige Aufsätze, für die Analstimulation sind es geriffelte Stäbchen und quirlende Wirbler. Die Vagina verwöhnen neben der Penis-Imitation die genoppte Kaktushülle, der gewundene Korkenzieher, der keulenähnliche Kugelkopf oder das mehrfingrige Gummihändchen. In preiswerten Komplett-Sets sind diese Köstlichkeiten erhältlich. Sie laden dazu ein, gleich mit dem Experimentieren zu
Der gute alte Vibrator ist ein High-Tech-Instrument geworden, hat Mikroprozessorsteuerung, Intervallschaltung, Geräuschsensoren, Leuchtelemente und Heizspulen. Ein Top-Vibrator kann nicht nur sanft summend vibrieren, sondern sich auch winden und drehen, pumpen und stossen. Er kann freudig die Vorhaut herunterkrempeln, erregt anschwellen und orgiastisch abspritzen. Er kann mehr als jeder menschlich-männliche Penis.
Die Namen der Vibratoren sind Programm: "Loveboy" und "Gigolo" verführen die Damen zart, "Eichelbomber" und "Pershing ll" erobern sie hart, "Samson" und "Herkules" besorgen es ihr stark. "Vesuv" und "Vulcano" heizen ihr mächtig ein, und "Rübezahl" und "Juicy Joe" pumpen noch Flüssiges rein.
Das Modell "Vulcano" beispielsweise beherbergt unter der weichen Latexhaut neben dem Elektromotor Kammern für das Getriebe und die Antriebswellen, einen Konverter für die Dreh- und Stossbewegungen sowie isolierte Heizspulen im vibrierenden Eichelaufsatz. Das Ergebnis: "Jede Berührung mit ihm schenkt Wohlbehagen und Genuss! Die heizbare Spitze bewegt sich nach Ihren Wünschen, in einem Rhythmus, der alle Körperteile herrlich stimuliert und belebt. "Vulcano" kann sich aufrüttelnd, aber auch sehr sanft bewegen - per Knopfdruck am Steuergerät (Werbung)."
Bei den Penissurrogaten mit Erektionsvermögen wird ein Gummiball gedrückt, der ein Luftpolster unter der künstlichen Haut aufbläst. Gelegentlich ist diese Pumpe auch in einem Hodensack untergebracht, Dildo Spielenden werden vor Wonne jauchzen. Er schwillt auf das Doppelte seines Umfangs an!
Ähnlich funktionieren auch die Ständer Ejakulationsvorrichtung. In einen Einspritzballon wird lauwarme Milch oder ähnlich eingefüllt, die dann im Moment des fiktiven Orgasmus per Druck abgeschossen wird. Statt eines spermagleichen Safts kann auch jede andere nicht zu heisse, nicht zu kalte und nicht zu scharfe Flüssigkeit benutzt werden. Prickelnd-spritzig ist zur Beispiel Sekt, der bei frivolen Spielchen zu zweit gerne eingespritzt und anschliessen ausgesüffelt wird. "Das totale Inferno" versprechen die Vibratoren mit einem zusätzlichen Klitorisstimulator. Dieser ähnelt dem Ableger eines Kaktus, und er pocht und pickt an den Kitzler, während sich der Hauptteil des Geräts in die Muschi bohrt und dort arbeitet. "Der Vibratorkopf dreht sich", heisst es in einer Produkt-Information. "Er wirkt mit sanftem Druck und gleichzeitiger Vibration pumpend und massierend. Wird der Schaft eingeführt, reizt das Seitenteil mit seiner pausenlos kitzelnden Schnabelspitze die Klitoris. Das Resultat: Gefühle, die nicht nur neuartig, sondern durch und durch aufwühlend sind. Die heisser als jede Phantasie sind!" Doppelt gekoppelt reizt eben besser. Die lüsterne Anwenderin kann den Super-Vibrator auch umdrehen und den kleinen Lustfinger an die Hinterpforte, ans Poloch klopfen lassen. Auch dort enden massenweise Nervenenden, die jede Vibration, jede Rotation und jeden Stoss in höchste Wollust umwandeln. Für solche kombinierten Vaginal-Anal-Spiele gibt es auch anatomisch optimal geformte Spezialmodelle, und für die zusätzliche Reizung der Klitoris wird sogar ein Typ mit insgesamt drei Lustärmchen gebaut. Aller guten Dinge sind drei - oder? In diesem Fall könnte es ein bisschen zuviel des Guten sein, denn derart viele Lustquellen könnten die Frau doch überfordern.
Für diejenigen, denen zuviel Technik in den Luststäben steckt und die lieber direkt Takt und Tempo bestimmen wollen, steht eine ganze Palette unmotorisierter Kunstglieder zur Verfügung. Da gibt es handbetriebene Stücke, die über eine kleine Kurbel in Rotation gebracht werden, da gibt es hohle Schwänze, die mit warmem Wasser gefüllt werden, da gibt es massive Riemen, die mit einem Haftsauger befestigt werden. Es gibt da lange und biegsame Doppeldildos, die von zwei Frauen gleichzeitig beziehungsweise die von einer in Scheide und After eingeführt werden können. Und es gibt jede Menge einfach nur männlich stark aussehende Schwänze in allen erdenklichen Grössen und von unterschiedlicher Elastizität.
Spezielle Vibratoren: Drei-Minuten-Schnelldienst
Dem gewöhnlichen Vibrator sieht man seinen Verwendungszweck stets an, seine Formgebung ist eindeutig. Aber längst nicht alle Frauen benutzen ihn so wie einen "richtigen" Penis und führen ihn sich ein. Die meisten erregt vor allem der Massageeffekt der Vibration, sie geniessen ihn auf allen Körperregionen. Die ganze Hautoberfläche ist für solche Reize empfänglich und leitet sie auf schnellstem Wege zum Lustzentrum im Gehirn weiter. Besonders gute Antennen sind die erogenen Zonen, jene Körperstellen, die mit besonders vielen und sensiblen Nervenenden ausgestattet sind. An prominenter Stelle steht da der Vaginalbereich mit dem Kitzler und den Schamlippen, das Rektum mit der Rosette und dem Damm sowie die Brüste mit den Nippeln und den Warzenhöfen. Höchst wirksam sind auch Streicheleinheiten unter den Achselhöhlen und in den Kniekehlen, auf den Augenlidern und hinter den Ohrläppchen, am Nacken und in den Schenkelinnenseiten.
Ausgedehnte Expeditionen in diese Gefilde weiblicher Lust gehören zu jedem Liebesspiel, sind eine wichtige Voraussetzung für die Befriedigung der Frau durch den womöglich nachfolgenden Koitus. Viele Frauen beklagen sich darüber, dass ihre Partner dieses Vorspiel viel zu nachlässig betreiben und nur als lästige Pflichterfüllung vor ihrem eigentlichen Ziel, dem Koitus, auffassen. Rauf-rein-raus: Das ist zuwenig, bringt keine Frau zum Orgasmus. Das Knabbern am Ohr, das Saugen an der Brust, das Streicheln über den Rücken, das Beissen in den Hals und das Küssen des Kitzlers beschleunigen den Atem der Partnerin, befeuchten ihre Scheide und reissen letzte Hemmschwellen nieder.
Jeder fünften Frau ist das Vorspiel zu kurz, während 85% der Männer selbstgefällig meinen: "Es reicht."
Angela Brockmann aus dem Team von Dr. Werner Habermehl, das 1985 diese Werte ermittelte: "Die Frauen wollen mehr Vorspiel haben. Die Männer sind etwas weniger scharf darauf. Das ist im Grunde selbstverständlich, weil für die Frauen das ganze "Drumherum" viel wichtiger ist, sie sind ja auch mehr darauf angewiesen, um zum Orgasmus zu kommen. Wenn der Mann die Initiative ergreift, hat er schon einen beträchtlichen Erregungsvorsprung - und die Frau muss ihn irgendwie aufholen." Erogene Zonen funktionieren freilich nicht wie Automaten, die Brustwarze ist nicht der Starterknopf für eine Bums-Runde. Hingabe lässt sich nicht einfach mit körperlichen Manipulationen erzwingen, zu ihr muss die Partnerin innerlich bereit sein. Jede Frau empfindet die Berührungen an ihren delikaten Stellen anders; was der einen Wollustschauer vermittelt, bereitet der anderen womöglich Schmerzen. Wo die eine säuselt: "So könntest du mich stundenlang streicheln", da denkt die andere: "Wie lange soll das denn noch dauern, wann kommst du endlich zur Sache?!" Wo die eine zum Heisswerden eine Anlaufzeit von einer halben Stunde braucht, reicht der anderen ein Drei-Minuten-Schnelldienst. Mit Phantasie und Einfühlungsvermögen wird er unschwer herausfinden, was seine Liebste mag und was nicht. Er kann sie natürlich auch direkt fragen, und wenn sie klug ist, wird sie's ihm dann sagen.
Übertragen auf die sich Hilfsmitteln bedienende Frau bedeutet das, dass ihr Vibrator eben nicht wie ein Penis aussehen, dass er eben nicht wie ein solcher in ihre Scheide hineingeschoben werden muss. Deshalb hat die Hilfsmittel-Industrie Geräte ersonnen, die wunderschön vibrieren und so geformt sind, dass sie die wahren weiblichen Lustzentren bestmöglich reizen. Verkaufs-Renner sind das Vibro-Herz und der Muschi-Kribbler, noppenbesetzte, zartelastische Kissen, die direkt auf Klitoris und Schamlippen wirken. "Dieses Herz pocht und vibriert an einer sehr gefühlsempfindlichen Stelle", heisst es im Vibro-Herz-Prospekt. "Es kann kräftig vibrieren und hat Hunderte von Kitzel-Noppen. Stufenlos einstellbarer Intensitäts-Regler."
Die Werbung für den Muschi-Kribbler (auch als "Butterfly" im Handel): "Er summt ganz leise, verwöhnt Klitoris und den gesamten Bereich. Seiner sensiblen und einfühlsamen Vibration kann keine Frau widerstehen ... wie von selbst wächst die Lust ins Unermessliche und löst sich in einem berauschenden Höhepunkt. Herrlich!"
Den Muschi-Kribbler alias Butterfly kann frau mit weichen Gurtbändern befestigen, so dass die Hände frei bleiben zum Lesen erotischer Literatur oder zum Erledigen notwendiger Arbeiten. Mit einem solchen Kribbler im Schritt machen selbst der Abwasch und das Bügeln wieder Spass! Höchst wirksam ist auch der Massage-Vibrator mit einer grossen metallenen Reizfläche. Er sieht gar nicht "unanständig" aus und wird in der Tat auch in Massagepraxen zur Anregung der Durchblutung und zur Lockerung der Muskulatur verwendet. Deshalb ist er gleichermassen bei Frauen und Männern beliebt und begehrt." Vor allem für eine weibliche Klientel sind die Vibrator-Spangen und die Ei- und Birnen-Vibratoren gedacht. Erstere ähneln äusserlich Tauchsiedern - und wirken auch ähnlich: Sie machen heiss, kochend heiss! Das Gerät mit den unterschiedlich gebogenen Kunststoff-Spangen bleibt natürlich kühl, allein seine Vibrationen sorgen für den phantastischen Effekt. Die ei- oder birnenförmigen Mini-Vibratoren lassen sich höchst lustvoll über den Körper rollen und verströmen dabei angenehme Schwingungen und Pulsationen. Sie lassen sich auch gut in die Tiefe von Vagina oder Rektum abseilen, wo sie nicht minder aufwühlend wirken. Das Verbindungskabel zum Regel- und Batteriekasten ist gleichzeitig die Halteleine und das Rückholseil. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn das Ei regelrecht hineingesogen wird und dort vibrierend liegenbleibt, wo es dem Körper offenbar am wohlsten tut... Eier, Birnen und Butterflies werden über ein separates Regelpult gesteuert. Die masturbierende Frau führt mit der einen Hand den Vibrator an ihre Lustantenne und regelt mit der anderen dessen Bewegungen. Im partnerschaftlichen Liebesspiel kann auch der jeweils andere die Regie übernehmen und den Drehknopf bedienen, nämlich dann, wenn er das Gerät als Unterstützung seiner Aktivitäten auffasst und er die Kommandogewalt über alles Lustbringende haben will. In sadomasochistischen Verhältnissen erfreuen sich diese Geräte grosser Beliebtheit, weil eben der dominante Part mit dem Steuergerät raffiniert über Lustgewinn oder -entzug bestimmen kann. Während SIE das Ei in ihrer Muschi hat, kann ER das Einschalten der Vibration von irgendwelchen Ergebenheitsbeweisen abhängig machen.
Liebeskugeln: Stilles Glück
"Wüste Sex-Orgien mit dem Kugel-Duo!" Unter dieser reisserischen Überschrift bietet ein Versandhaus seine Liebeskugeln an. Ein anderes nennt sie unschuldig "Muskeltrainingskugeln": "Sie sind ein sehr wirkungsvolles Mittel für das Scheidentraining der Frau. Sie kräftigen die Vagina-Ringmuskulatur und erhöhen und verstärken die "innere Attraktivität. Jeder Muskel kann trainiert werden - auch der Ringmuskel der Vagina." Tatsächlich werden diese Kugeln zum stillen Genuss benutzt, jenem, der eher ein sanftes Lächeln denn einen ekstatischen Aufschrei provoziert.
Solche Liebeskugeln (auch als Japan-, Geisha-, Vagina- oder Orgasmuskugeln im Handel) kommen stets zu zweit daher, verknüpft durch ein Bändchen. Es sind hohle Plastikkugeln, in denen kleine Bälle umherrollen und alles in herrliche Schwingungen versetzen. Diese Reize übertragen und verstärken sich von Kugel zu Kugel und tauchen die Vagina in ein sanftes Meer der Glückseligkeit. Wohlige Schauer wird die Frau wohl spüren, einen Orgasmus aber besorgen ihr die Kugeln nicht. Den muss sie sich schon selbst mit dem Finger oder Vibrator herbeikitzeln. Liebeskugeln können unauffällig getragen werden, selbst beim Einkaufsbummel oder bei der Arbeit. Wenn eine Frau trotz eines Irrsinnspreises oder eines tobenden Chefs noch strahlt, könnte sie solche Kugeln im Schritt haben...
Das Scheidenmuskeltraining ist eine höchst erfreuliche Nebenwirkung des Kugeltragens. Unwillkürlich zieht die Frau den Ringmuskel zusammen, um die Kugeln nicht zu verlieren, kontrolliert lockert sie ihn so lange, bis sie dessen sicher ist. Kräftige Scheidenmuskeln wirken beim Verkehr Wunder: Sie können das Glied viel stärker stimulieren. Schliesslich kann solch ein trainierter Muskel den abgeschafften Schwanz wie eine Faust oder ein Mund umfassen, ihn kräftig reiben und schnell wieder für eine neue Runde fit machen. Dieser hohen Kunst der Scheidenmuskelbeherrschung verdanken die Liebeskugeln ihre Entstehung. Im alten Indien wurden jungen Mädchen zwei runde Steine, in Japan zwei Elfenbein- oder Metallkugeln mit der Aufforderung, sie gut festzuhalten und unter gar keinen Umständen herausfallen zu lassen, in die Vagina geschoben. Das Muskelspiel der Inderinnen sorgte für einen hohen Brautpreis, das der japanischen Geishas für begeisterte Freier und erkleckliche Einkünfte. Aus dem Fernen Osten kamen die zwischenzeitlich weiterentwickelten Kugeln ins lüsterne Frankreich des 18. Jahrhunderts, wo sie als "Pommes d'amour" für frivole Furore am Hof und in den besten Boudoirs sorgten. Inzwischen haben die Lust-Techniker ihre Vibrationsmotoren auch in die Liebeskugeln implantiert und verhelfen ihnen nun zu gleichmässigen und dosierbaren Bewegungen. Bei diesen modernen Ausführungen hängt an dem Kabel vom Schaltgerät oft nur eine einzige Kugel, aber es gibt auch zweibällige Ausführungen, die elektrisch so ein unbeschreibliches Zwiegespräch der Gelüste führen. So, wie beim immer noch unübertroffenen Original mit den im Innern rotierenden Kugeln. Nach dem Liebeskugel-Prinzip funktioniert der aus Japan kommende Higo Zuiki, eine penisförmige Latexhülle, in der zwei Kugeln tanzen und gelegentlich lustbringend zusammenprallen. Der Higo Zuiki wird in die Scheide eingeführt und darin bewegt.
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