Anal - Die Prostata
Die Prostata
Die Prostata liegt etwa vier bis fünf Zentimeter vom Anus entfernt hinter der Wand des Rektums, sie ist durch die dünne Membran hindurch zu fühlen - bevor der Mann erregt ist, fühlt sie sich allerdings nicht viel anders an als das umliegende Rektum und das kann das Ertasten erschweren. Sie berührt die Gliedwurzel den Darm und den Blasenausgang gleichermassen, ist etwa esskastaniengross und umgibt den Anfangsteil der männlichen Harnröhre. Die Prostata bildet, wie die Samenblase, ein alkalisches Sekret, das bewegungsauslösend wirkt und somit den Spermien erst das Überleben und die Fortbewegung ermöglicht. Ausserdem dient es als Schmiermittel, beugt Infektionen der männlichen Harnröhre vor und reduziert den Säuregehalt des weiblichen Vaginalkanals, was ebenfalls Infektionen vorbeugt [Voraussetzung dafür ist natürlich vaginaler Verkehr samt Erguss]. Kurz vor dem männlichen Orgasmus fliesst Samenflüssigkeit in die Prostata, im entscheidenden Moment zieht sich diese Drüse zusammen und entleert sich als Ejakulation.
Wenn die Anal-Stimulation für den Mann gänzlich neu und er noch unsicher ist, kann er sich zur Einstimmung auch erst einmal selbst anal erkunden. Denn genau wie die Frau erst selbst ihren Körper entdecken sollte um zu wissen, wie sie es wo am liebsten mag, bietet es sich auch hier an, dass der Mann erst einmal in Eigeninitiative ausprobiert, ob ihm diese Liebestechnik zusagt. Er kann dadurch herausfinden, ob er nur am Damm stimuliert oder tatsächlich anal gereizt und penetriert werden möchte.
Vielen Männern und Frauen ist die Lage und Funktion der Prostata völlig unbekannt - dabei hat diese Drüse entscheidenden Anteil am männlichen Lustempfinden!
Prostata-Massage: Der männliche "G-Punkt"!
Die Prostata wird manchmal auch männlicher "G-Punkt" [als Abkürzung für "Genuss-Punkt"] genannt. Gemeint ist damit aber nicht nur die innen liegende Vorsteherdrüse allein, sondern das gesamte Gebiet von der Peniswurzel bis zum After, also der gesamte Damm- und Analbereich. Diese Region ist eingebettet in das Nerven- und Muskelsystem der benachbarten Genitalien und nimmt deshalb an deren Lustempfindungen lebhaften Anteil. Der Afterschliessmuskel ist sehr empfindsam für Reibungsreize. Viele Männer reagieren auf zärtliche Berührungen und sanfte Massage in diesem gesamten Bereich mit Kontraktionen des so genannten Pubococcygeus-Muskels [PC-Muskel: wichtiger Muskel im Genital- und Beckenbodenbereich von Mann und Frau, der grossen Anteil an den orgiastischen Körperreaktionen hat] sowie mit heftigen Erregungsschüben und intensiven Lustwellen. Durch sanften Fingerdruck auf den Damm oder durch die Stimulation mit einem Anal-Vibrator wird durch die Haut- und Muskelschicht hindurch die Prostata massiert, was den so Verwöhnten dem Lusthimmel ein Stück näher bringen kann.
Die Prostata kann aber nicht nur durch Druck von aussen, sondern auch direkt von innen massiert werden. Dazu wird ein [oder gar mehrere] mit Gleitcreme präparierte Finger oder ein spezielles Anal-Toy in den männlichen After eingeführt und der Mann durch vorsichtige Massage gereizt.
Eigentlich ist die Prostata ganz einfach zu finden, vor allem dann, wenn der Mann bereits erregt ist; denn je höher sein Erregungslevel ist, desto grösser wird diese Drüse und desto leichter ist sie zu ertasten. Sie liegt wie gesagt vom Anus aus gesehen vier bis fünf Zentimeter weit im Rektum und umschliesst die männliche Harnröhre etwa so, als würde man einen Strohhalm mitten durch einen kleinen Ball führen. Wenn die Frau also einen mit genügend Gleitmittel befeuchteten Finger [am besten den Zeigefinger] in den After des Mannes eingeführt hat [anfangs kann es sein, dass der Schliessmuskel noch sehr fest ist, doch er entspannt sich meist nach einiger Zeit], dann sollte sie eine vorsichtige Bewegung in Richtung Bauchdecke/Bauchnabel machen, so als wolle sie den Partner mit dem Finger heranwinken. Sie kann aber statt des Zeigefingers auch den Daumen benutzen. Wenn sie die richtige Stelle gefunden hat und es dem Mann gefällt, er also dadurch stimuliert wird, dann kann sie dort das kugelförmige Organ fühlen. Durch behutsame Hinein- und Hinaus-Bewegungen erhöht sie den Genuss des Mannes. Dabei lässt sie den Finger leicht gekrümmt. Auf diese Art und Weise kann sie ihren Partner langsam bis zum Orgasmus reizen. Deutliche Zeichen für den nahenden Orgasmus sind die Kontraktion des Ringmuskels am After und das Anschwellen der Prostata, da sich die Blutgefässe darin erweitern. Im Augenblick der Ejakulation zieht sich die Prostata zusammen und das Sperma wird herausgepresst. Es kann übrigens sein, dass der Mann während der Prostata-Massage das Gefühl hat urinieren zu müssen, aber das ist meist nur eine Sinnestäuschung. Anschliessend sollte die Frau jedoch beim endgültigen Hinausziehen sehr vorsichtig sein, denn besonders nach den orgiastischen Kontraktionen hat sich seine Beckenbodenmuskulatur zusammengezogen und der Anus kann sehr eng sein. Wenn die Frau ihren Partner also anal stimuliert [egal ob innerlich oder äusserlich], werden beim Mann jene sensationellen Gefühle geweckt, die er während des Höhepunktes/der Ejakulation erlebt:
- das Kontrahieren und Pulsieren des Harnleiters
- das Zusammenziehen/Zucken der Prostata
- die Kontraktionen der Beckenbodenmuskulatur
Stellungs-Frage: Die beste Stellung um die Vorsteherdrüse äusserlich zu massieren ist die, in der der Mann bequem auf dem Rücken liegt und die Beine leicht aufstellt oder aber in einem Sessel sitzt und die Beine auseinander spreizt. So können Sie auch gleichzeitig seinen Penis massieren, wohingegen das in der Position auf allen vieren von hinten nicht so gut möglich ist. Seine Partnerin setzt oder kniet sich zwischen seine Beine. Während sie mit einer Hand sanft seinen Damm streichelt und massiert, kann die andere an seinem [bereits mehr oder weniger erigierten] Penisschaft auf- und abfahren. Sie kann - um besser an den Damm zu gelangen - auch den Hodensack leicht anheben. Um ein behutsameres und leichteres Dahingleiten ihrer Finger zu ermöglichen ist Gleitcreme zu benutzen. Sie kann nun mit dem Daumen den Damm in kreisförmigen oder geraden Bewegungen massieren; üben Sie dabei aber nicht zu viel Druck aus und denken Sie immer daran, dass dieser Bereich sehr sensibel ist. Auch die anderen Finger können zum Einsatz kommen, indem Sie zum Beispiel Zeige- und Mittelfinger gemeinsam einsetzen und damit zwischen Damm und Hoden hin- und her streichen.
Übrigens: Oft wird die Prostata-Massage wie gesagt mit der Masturbation des Penis kombiniert - vor allem für den Mann ein echtes Lust-Highlight! Bei vielen Paaren ist die Prostata-Massage aber auch dann sehr beliebt, wenn der Mann durch vorangegangene Sex-Spiele bereits etwas ausgepowert ist. Manche schreiben dieser Technik wahre Wunder in Sachen Potenzsteigerung zu, denn so kann dem Mann wieder zur Erektion verholfen werden, obwohl er kurz vorher bereits ejakuliert hat. Die zärtliche Prostata-Stimulation macht also müde Männer wieder munter!
Anal-Erotik unter Frauen
Grundsätzlich gilt für die Anal-Erotik unter Frauen natürlich das Gleiche wie für heterosexuelle Paare: zärtliche Damm-Massage, das reizvolle Ausprobieren analer Hilfsmittel, die Penetration mit einem noppenbesetzten "Lustfinger" oder einem Umschnalldildo sowie Anilingus - all das kann bei diesem Spiel gemeinsam genossen werden. Eine Besonderheit der lesbischen Anal-Erotik ist jedoch, dass sich zwei Frauen auch gleichzeitig gegenseitig anal penetrieren können. Dazu verwenden sie einen speziellen Anal-Doppel-Dildo; dieses recht flexible Hilfsmittel hat an beiden Enden einen Anal-Stimulator, so dass sich die beiden Partnerinnen gegenüber hinlegen und sich den Dildo gleichzeitig anal einführen können. Zugegeben, diese Technik erfordert etwas Übung und vor allem eine Koordination der Bewegungen, damit das Toy nicht herausrutscht. Aber sie wird durchaus in lesbischen Beziehungen praktiziert, wohingegen die anale Doppel-Penetration zwischen Frau und Mann wohl eher selten ist.
Übrigens sei an dieser Stelle ausdrücklich gesagt, dass Anal-Sex unter Frauen genauso normal ist wie jedes andere lesbische Sex-Spiel. Schliesslich ist eine homosexuelle weibliche Partnerschaft grundsätzlich nichts anderes als eine heterosexuelle Beziehung: Frau lebt und liebt zusammen und probiert beim Sex dies und jenes aus - ganz nach Lust und Laune! Wahrscheinlich sind die allermeisten Lesbierinnen sogar beim Sex besonders experimentierfeudig, offen und neugierig. Die grösste Hürde, nämlich das gesellschaftliche Tabu der Homosexualität, haben sie ja bereits übersprungen; so können sie auch allen anderen "perversen" Neigungen nachgeben - wie zum Beispiel der Anal-Erotik! Lesbische Frauen gelten beim Sex als besonders zärtlich; sie lassen sich viel Zeit und gehen besonders gefühlvoll auf die weibliche Sexualität ein. Frauen kennen sich logischerweise mit dem weiblichen Körper und seinen Reaktionen und Bedürfnissen besonders gut aus - und das spiegelt sich natürlich auch in ihren Sex-Spielen wider: Eine Frau weiss, was ihre Partnerin wo und wie möchte, an welchen Stellen und wie intensiv sie berührt werden will, und so ist es kein Wunder, dass Lesben-Sex oft als besonders lustvoll und berauschend beschrieben wird. Ob dabei der eine oder andere Finger, die Zunge oder gar ein spezieller Dildo in die Analregion wandert oder gar gleichzeitig anale und vaginale Penetration genossen wird [siehe dazu auch unter "Sandwich-Sex" auf Seite 88], das ist, genau wie beim Sex zwischen Mann und Frau, reine Geschmackssache. Was die beste Stellung für den Analverkehr unter Frauen betrifft, so gibt es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede - Ausprobieren ist hier angesagt.
Anal-Erotik unter Männern
Genau wie beim Sex unter Frauen gilt für den Sex unter Männern: Ein: Mann weiss besonders gut, wie und wo ein anderer Mann berührt werden will und was er sexuell braucht, wovon er träumt. Das muss aber nicht zwangsläufig die "schnelle, harte, anonyme Nummer" bedeuten. Auch beim Sex unter Männern ist - entgegen der allgemeinen Meinung vieler Unwissender - selbstverständlich die gesamte erotische Bandbreite möglich: Von sanfter Zärtlichkeit bis zu hartem S/M-Sex wird hier alles genossen, was beiden Spass macht. Es gibt anonyme, sexbetonte One-Night-Stands genauso wie langjährige feste Partnerschaften voller gegenseitiger Treue, Liebe und tiefem Vertrauen. So weit gibt es also keine Unterschiede zu einer heterosexuellen Partnerschaft.
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